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Doppeltes Nein: Mehrheit will Neutralitätsinitiative und Ernährungsinitiative ablehnen

Rund fünf Wochen vor den Abstimmungen vom 27. September 2026 überwiegt bei der Neutralitätsinitiative aus SVP-Kreisen der Nein-Anteil mit 62 Prozent. Auch die Ernährungsinitiative verzeichnet mit 65 Prozent Nein-Stimmen eine tiefe Unterstützung.

Zürich, 19. August 2026 – 20 Minuten und Tamedia haben auf ihren Newsportalen die erste Welle der titelübergreifenden Umfrage im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung vom 27. September 2026 durchgeführt. 13’154 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 12. und 13. August online an der Umfrage teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,5 Prozentpunkten.

Nur SVP-Wählerschaft für Neutralitätsinitiative

Die Volksinitiative «Wahrung der schweizerischen Neutralität (Neutralitätsinitiative)» wird aktuell von einer Mehrheit der Stimmberechtigten abgelehnt (36 Prozent Ja bei 62 Prozent Nein und zwei Prozent Unentschlossenen). Deutliche Unterschiede zeigen sich insbesondere in der Stimmabsicht nach Parteisympathie: Lediglich die Basis der SVP will das Anliegen annehmen (82 Prozent Ja), während sich die Wählerschaften der restlichen Parteien unterschiedlich stark dagegen aussprechen. Am deutlichsten ist der Nein-Anteil bei Sympathisierenden der SP und der GLP (91 Prozent Nein) – die Wählerschaft der Grünen lehnt die Initiative mit 82 Prozent ab, diejenigen der Mitte und der FDP mit 79 respektive 72 Prozent. 

Unterschiede zeigen sich auch je nach Bildung, Einkommen und Alter: Je älter, gebildeter und einkommensstärker die stimmberechtigte Person ist, desto tiefer fällt die Zustimmung für die Neutralitätsinitiative aus. Zudem geniesst die Initiative auf dem Land und im Tessin eine etwas höhere Unterstützung.

Die Befürwortenden überzeugt dabei vor allem ein Argument: Die mögliche Verankerung der Neutralität in der Verfassung verhindere, dass Bundesrat und Politiker diese aufweichen und nach Gutdünken auslegen könnten. Bei den Gegnern verfangen unterschiedliche Argumente. Zum einen, dass die Initiative die Handlungsfähigkeit der Schweiz massiv einschränken und eine flexible Reaktion auf aussenpolitische Herausforderungen verunmöglichen würde. Zum anderen würde der Verzicht auf Sanktionen bei Völkerrechtsverletzungen als Parteinahme für Aggressorstaaten gewertet und dem Ansehen der Schweiz in der Welt schaden. Drittens würde ein starres Neutralitätsverständnis die sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit stark einschränken und die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz schwächen.

Deutliche Nein-Mehrheit bei Ernährungsinitiative

Die erste Umfrage zeigt für die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ernährungsinitiative)» ebenfalls einen tiefen Ja-Anteil (31 Prozent Ja bei 65 Prozent Nein und vier Prozent Unentschlossenen). Lediglich die Anhängerschaft der Grünen befürwortet das Anliegen (69 Prozent Ja). Die Basis der SP ist mit 50 Prozent Ja-Anteil bei 46 Prozent Nein-Anteil gespalten. Die Wählerschaften der restlichen Parteien lehnen die Volksinitiative unterschiedlich deutlich ab (GLP 66 Prozent Nein, SVP 74 Prozent Nein, Mitte 75 Prozent Nein und FDP 83 Prozent Nein).

Für die Befürwortenden der Initiative sticht kein klares Argument hervor, wobei zwei am häufigsten genannt werden. Ein deutlich höherer Selbstversorgungsgrad gewährleiste im Krisenfall eine unabhängige Ernährung und die Initiative schütze die Grundwasserressourcen vor weiterer Verschmutzung, wie etwa Dünger und Pestizide, was wichtig für das Trinkwasser sei. Die Gegnerschaft lehnt die Ernährungsinitiative insbesondere deshalb ab, weil die Forderung nach einem Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent auf einen staatlich verordneten Menüplan hinauslaufe, auf dem es kaum noch Platz für tierische Produkte habe.
 

Beteiligte Medien
Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen; 
Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève, lematin.ch und Le Matin Dimanche;
Tessin: 20 minuti
 

Kontakt

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